Man kennt sie unter:

Bezeichnung

Sand-Birke (Betula pendula)

Weitere Namen sind:
Gemeine Birke, Hänge-Birke, Weiß-Birke, Warzen-Birke, Frauen-Birke, Mai-Birke, Stein-Birke, Maie, ...
Familie

Birkengewächse (Betulaceae)

Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Unterfamilie: Betuloideae
Gattung: Birken (Betula)
wewer
Die Blätter sind doppelt gesägt und unbehaart.
Ältere Borke wird am Stammfuß hart und schwarz ("Steinborke").
Weibliche Blüten stehen aufrecht und bilden bis zu 450 Samen.
Männliche Blüten hängen in Kätzchen herab, von denen jedes bis zu 5 Mio. Pollen produziert.
Die geflügelten Früchte fliegen bis zu 3 km weit.
Mit den Samen fallen auch ihre Deckschuppen herab.

Ein kleiner Steckbrief

Alter

Maximal 120 Jahre

Eine Ernte wird spätestens bis zum 80. Lebensjahr empfohlen. Danach wird das Holz rasch durch Stammfäule entwertet.
Höhe

Maximal 30 m

Der größte jährliche Höhenzuwachs erfolgt im 7.-bis 9. Lebensjahr.
Durchmesser

Maximal 130 cm

Nur selten werden Durchmesser über 60 cm erreicht.
Verbreitung

in ganz Europa vorkommend

In Deutschland hat die Birke ihr höchstes Vorkommen im Harz bei 974 m.

Für Schlaumeier

Viele Menschen sind der Ansicht, Birkenholz sei weich und hell. Selbst Förster zählen sie mit zu den Weichlaubhölzern. Doch wie sieht es im Vergleich mit anderen heimischen Baumarten aus? Und was macht Birke so besonders? Einige Antworten darauf gibt es hier.

Unter der Härte eines Holzes wird dessen Fähigkeit verstanden, Verformungen zu widerstehen. Sie wird meist mit der sogenannten Brinellhärte angegeben, die über den gleichnamigen Test ermittelt wird. Dabei wird eine kleine Metallkugel mit langsam steigendem Druck für kurze Zeit in das Holz gepresst. Aus den Abmessungen der Eindruckfläche und der angewandten Druckkraft wird schließlich der Härtegrad in N/mm² berechnet. Die Angaben für die Härte des Birkenholzes schwanken zwischen 22 und 35 N/mm² bei Verwendung unterschiedlicher Prüf-Bäume. Einige andere Baumarten zum Vergleich:

Damit liegt die Birke im mittleren Bereich. Sie ist stabiler und härter als die beiden wichtigsten Nadelgehölze. Von einem Weichlaubholz – dazu gehören Pappeln und Weiden – kann also keine Rede sein.

Das Birkenholz ist mittelschwer bis schwer, zäh und elastisch. Es lässt sich leicht schälen, schneiden, hobeln, fräsen, schnitzen, drechseln, biegen und färben. Allerdings muss es schonend getrocknet werden, da es sonst leicht zu Rissbildungen und Verwerfungen kommen kann. Farblich fällt es durch seine hohe Helligkeit auf. Die Palette reicht über ein fast weißes Gelb oder Rot bis Hellbraun. Dabei ist es gleichmäßig gefärbt und hat einen schwach seidigen Glanz. Die Jahrringgrenzen des Zerstreutporers sind auch mit Lupe kaum auszumachen. Gleiches gilt für die sehr schmalen, leicht wellig verlaufenden Holzstrahlen.

Bei älteren Birken kann es zur Ausbildung eines dunkleren Kerns kommen, der aber leider die Dauerhaftigkeit des Holzes nicht erhöht. Denn trotz der hohen technischen Wertigkeit ist es anfällig gegenüber Pilzen, Insekten und Witterungseinflüssen. Zudem lässt es sich schlecht imprägnieren.

Keine andere Laubbaumart ist so winterhart wie die Birke. Selbst eisige Temperaturen unterhalb von -40° C meistert die Überlebenskünstlerin. Dazu wandelt sie die in den Zweigen vorhandene Stärke in ein Öl um, das beim Gefrieren Wärme freisetzt. Anders gesagt stellt sie ein eigenes, hocheffizientes Frostschutzmittel her.

Zum Schutz vor großer Hitze hat sie ein Mittel: Betulin. Das ist der Farbstoff, welcher die Rinde weiß färbt und wasserdicht macht. Damit schafft es die Birke auch in den Sommermonaten, sich vor Überhitzung und Wasserverlust zu schützen. Und nicht nur das. Vor allem im zeitigen Frühjahr, wenn es noch richtig kalt ist, die Sonne aber schon Kraft hat, heizt sich die Oberfläche anderer Baumarten mit dunkler Rinde stark auf. Dadurch kommt es im Stamm zu großen Temperaturunterschieden. Das Holz kann längs aufreißen („Frostriss“) und Krankheitserregern freien Zutritt verschaffen. Dieses Problem umgeht die Birke mit ihrer weißen Spiegelrinde und kann deshalb problemlos auch auf offenem Gelände überleben.

Pionierbaumarten wie Weiden, Pappeln und auch die Birken kommen vorzugsweise in offenem Gelände vor. Das hat einen Grund: den enormen Lichthunger. Der ist so groß, dass junge Birken unter Altbäumen Schwierigkeiten mit dem Wachstum haben können. Zwar sind sie bereits mit einer der lichtdurchlässigsten Kronen unter den heimischen Baumarten ausgestattet, aber bereits bei weniger als 15 % der Helligkeit auf Freiflächen verkümmert sie und beginnt abzusterben. In jungen Buchenwäldern kann die Beleuchtung sogar auf unter 3 % des Freiflächenwertes sinken. Hier hat die Birke keine Chance und siedelt sich deshalb vorzugsweise auf unbeschatteten Flächen an.

Weil sie sich frech ansiedeln, wenn Lücken im Wald entstehen, z.B. bei der Holzernte oder durch Windwurf. Dann werden zwar meist andere Baumarten gepflanzt, die Birke wächst jedoch schneller in die Höhe. Nach und nach holen die gepflanzten Bäume diesen Vorsprung wieder ein, beschatten die Pioniere und leiten damit in vielen Fällen das Absterben der Birken ein. Bis dahin haben sich aber ihre Samen garantiert woanders ein helles Fleckchen Erde gesucht.

Birken wachsen an den seltsamsten Orten: in Mauerritzen, Felsspalten und sogar Dachrinnen lassen sie sich nieder. Diese Stellen haben etwas gemeinsam – eine meist schlechte Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit. Wachsen sie in einer derartigen Umgebung auf, kommen sie mit den jeweiligen Gegebenheiten auch gut klar. Wenn sie jedoch durch viel Wasser verwöhnt sind, wird die Birke ihrem Ruf als „Wassersäufer“ gerecht. Ein zwölf Meter hohes Exemplar kann dann täglich bis zu 140 Liter Wasser verdunsten. Zum Vergleich: bei Buchen und Fichten mit der selben Baumhöhe sind es nur bis zu 30 Liter.

Plötzliche Verschlechterungen in der Wasserversorgung verträgt der Einzelbaum hingegen überhaupt nicht und kann in solchen Fällen sogar absterben. In sehr trockenen Sommern verfärben sich dann die Birkenblätter schnell gelb. Sie reagiert als eine der ersten Baumarten mit Laubabwurf. Dies dient zur Reduzierung der verdunstenden Blattfläche, um mit dem kostbaren Nass, das noch zur Verfügung steht, die restlichen Blätter weiterhin versorgen zu können.

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